Gutscheine als Belohnung für Kundenbewertung sind unzulässig

Oberlandesgericht Hamm entscheidet gegen Gutscheine als Belohnung für Kundenbewertung

 

Positive Bewertungen stärken das Vertrauen in die Internetpräsenz eines Onlinehändlers. Immer mehr dieser Beurteilungen sind jedoch erkauft. Dies ist in Deutschland nicht zulässig. Grundsätzlich sollten die Bewertungen frei von Beeinflussung erfolgen, um die persönliche und ehrliche Meinung des Kunden widerzuspiegeln. Bei einer Belohnung für die Kundenmeinung in Form eines Gutscheins ist der Kunde nicht frei von Beeinflussung, urteilte das Oberlandesgericht Hamm.

 

Hintergrund: Online-Händler belohnte Kunden für Bewertungen mit 25€ Gutscheinen

 

Im vorliegenden Fall prüfte zunächst das Landgericht Münster, ob eine Online-Druckerei durch die Belohnung der Kundenbewertungen auf anderen Portalen, zum Beispiel Facebook und Twitter, wettbewerbswidrig gehandelt hätte. Dabei versprach der Händler dem Kunden einen 25€ Druckgutschein, wenn dieser auf verschiedenen Seiten Bewertungen verfasst und den Link zu diesen per E-Mail an das Unternehmen sendet. Das Landgericht Münster entschied, dass diese E-Mails mit der Aufforderung zum Bewerten nicht mehr versendet werden dürfen. Das Unternehmen ging dagegen in Berufung, sodass der Fall vom Oberlandesgericht Hamm entschieden wurde.

 

Oberlandesgericht Hamm entscheidet, dass gegen das Wettbewerbsrecht gehandelt wurde

 

Das Oberlandesgericht Hamm ging mit der Auffassung des Landgericht Münsters konform und entschied, dass der Händler gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hat. Eine Belohnung für erkaufte Bewertungen sei unzulässig, da diese potenzielle Kunden in die Irre führen können. Grund dafür ist, dass Kunden bei der Bewertung von einer unbeeinflussten Meinung ausgehen. Erkaufte Bewertungen seien nur zulässig, wenn ausdrücklich darauf hingewiesen wird.

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